Dreist, dreister, Bauernverband


Bauernverband droht dem VW-Konzern mit Boykott

Aus: Gourmetwelten, von Nikolas Rechenberg

Ein mächtiger Bauernverband droht mit Liebesentzug - einem Betrieb, der seine Tiere in Massenhaltung quält oder einem Produzenten, der unsachgemäß schlachtet und Gammelfleisch verkauft?

Nein, er droht dem VW-Konzern indirekt mit Boykott seiner Autos, weil die Gastronomie der Autostadt für vitale, biologische und gesunde Speisen wirbt, die gesundheitlichen Vorteile einer fleischlosen Ernährung anpreist und auch auf Umweltschäden infolge der Tierhaltung hinweist.

Der Verband demaskiert sich selbst, nun wissen wir, wofür er NICHT steht. Das ist ein Affront aus den Reihen des Bauernverbandes, ein Schlag ins Gesicht aller Verbraucher in Deutschland. Er ignoriert die ökologischen Erkenntnisse gerade der vergangenen Jahre und beschämt seine aufrechten Mitglieder. 

Der Vize-Präsident des Deutschen Bauernverbandes und Präsident des Landesbauernverbandes Niedersachsen, Werner Hilse, sprach von einer Diffamierung der Landwirte und schrieb laut dpa in einem Brief an VW, "Landwirte, die wie ich selbst ein Auto aus dem Angebot des VW-Konzerns gewählt haben, müssen sich doppelt diskriminiert fühlen".

Die Philosophie der Gastronomie der Autostadt ist aller Ehren wert und in höchstem Maß verantwortungsbewusst, so wie sie es bei einem Konzern mit bundesweiter Vorbildfunktion auch sein muss.

Die Botschaft lautet: Wir arbeiten mit regionalen Bio-Landwirten zusammen, legen Wert auf Transparenz bei der Ernährung. Die Autostadt Restaurants werden vom Öko-Verband Bioland beraten, um so für eine erstklassige Qualität der verarbeiteten Naturprodukte garantieren zu können. Besser kann man das nicht machen, auch im demnächst neu eröffnenden Automobil-Forum Unter den Linden in Berlin wird darauf aus Überzeugung geachtet.

Die GOURMETWELTEN stärken seit vielen Jahren besonders Erzeugern, die auf Nachhaltigkeit oder Bio, auf Regionalität und Authentizität achten, den Rücken, berichten regelmäßig über Verbände wie Demeter, Slow Food oder Bioland, um sie zu unterstützen.

Der Bauernverband spielt mit seinen Anmaßungen nicht nur mit dem Vertrauen seiner Bauern. Wer die Gesundheit der Verbraucher und einer ernährungsbewussten Gesellschaft negiert, ist fehl am Platz.



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