„Lange Weile“ - das Ende vom Lied der DDR

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Lange Weile nennt Tina Bara ihr neues Fotobuch. Es zeigt eine Auswahl von 400 schwarz-weißen Fotografien, die Tina Bara zwischen 1983 und 1989 in Ost-Berlin, der DDR und auf Reisen aufgenommen hat. Vorgestellt wird es am 25. Juni 2016 um 18 Uhr in der Foto-Kunst-Buchhandlung BILDBAND , Immanuelkirchstr. 33 in Prenzlauer Berg. 

Den Foto-Film zum Foto-Buch "Lange Weile" kann man dann vom 15. Juli bis zum 18. September in der Ausstellung "Ende vom Lied" im Künstlerhaus Betahnien (Kottbusser Str. 10 B, 10999 Berlin) sehen. Eröffnung ist am 14. Juli 19 Uhr.

Kombiniert mit Texten in der Form von Untertiteln ist dieses Künstlerbuch das Buch zu einem Foto-Film. Die Künstlerin erzählt aus der heutigen Perspektive vom Beginn ihrer künstlerischen und fotografischen Arbeit verbunden mit weiblicher Identitätssuche und einer subversiven, melancholischen Auflehnung gegen das diktatorische System der DDR.

Dokumentarische Aufnahmen einer illegalen Russlandreise, verbotene Fotos aus dem VEB Buna, sowie Beobachtungen von Punks und anderen aufmüpfigen jungen Menschen werden mit intensiven Körper- und Portraitfotos ihrer Freundinnen und Freunde sowie einer "fotografischen Liebesgeschichte" verwoben. Es geht um den Ausbruch aus einem als langweilig empfundenen System, das Individualität und Eigensinn unterdrücken will. 

Zusammen mit den darüber gelegten Erinnerungen entwirft das fotografische Material einen intimen Kosmos, der aus dem Abstand von ca. 30 Jahren, die Atmosphäre und Stimmung eines Landes und einer Gesellschaft entwirft, die es nicht mehr gibt. Die Suche zwischen Aufbruch, Zweifeln und Selbsterkundung, zwischen politischen Strukturen und persönlichem Lebens- und Kunstwollen kann jedoch auch auf einer allgemeinen Ebene gelesen werden ebenso wie die Reflektionen über die Rolle der Fotografie in diesem Prozess.

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